Vertreterversammlung folgt Empfehlung der Europäischen Zentralbank sowie der BaFin

Auszahlung derzeit nicht möglich: Dividendenbetrag von 113.600,-- Euro wird auf das neue Jahr vorgetragen

Auch in diesem Jahr hatten Aufsichtsrat und Vorstand geplant, eine vierprozentige Dividende zuzüglich einer einprozentigen Bonusdividende an die 6.743 Mitglieder der Genossenschaftsbank zu zahlen. Doch haben die Europäische Zentralbank (EZB) sowie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) angesichts der Corona-Pandemie und der daraus entstehenden tiefen Rezession die Empfehlung ausgesprochen, dass alle Banken bis Oktober 2020 keine Dividende an ihre Anteilseigner ausschütten sollen.

In dem Originaltext eines Rundschreibens wird diese Empfehlung deutlich drastischer ausgedrückt:
„Die Leitung der BaFin hat sehr deutlich gemacht, dass sie gegenüber allen Banken und ihren Organen vorgehen und alle verfügbaren bankaufsichtsrechtlichen Instrumente (u. a. Erlass eines Verwaltungsaktes sowie Überprüfung der Eignung von Vorstand und Aufsichtsrat) einsetzen wird, um eine Beachtung ihrer Empfehlung durchzusetzen.“

Im Vorfeld der Vertreterversammlung hatten Aufsichtsrat und Vorstand vier Alternativen ausgearbeitet, wie die Verwendung des Jahresüberschusses ausgestaltet werden kann.

Über diese vier Alternativen hatten die Vertreter am 27.06.2020 in der Aula des Marie-Curie-Gymnasium abgestimmt.

Letztlich folgte die Vertreterversammlung dem Vorschlag die Rücklagenzuführung in Höhe von 251.603,97 Euro unverzüglich vorzunehmen und den Restbetrag für die mögliche Dividendenzahlung in Höhe von 113.571,39 Euro auf neue Rechnung für das Jahr 2020 vorzutragen.

„Für uns, aber vor allem auch für Sie, sehr geehrte Mitglieder, ist es nur schwer nachzuvollziehen, dass unsere Volksbank, die im vergangenen Geschäftsjahr solide Erträge erwirtschaftet hat und über eine starke Eigenkapitalausstattung verfügt, bei der Entscheidung über eine Ausschüttung der Dividende so stark eingeschränkt wird“, bringt Jürgen Müller seinen Ärger über die Situation zum Ausdruck.

Die Dividende wird als Gewinnvortrag mit in das neue Geschäftsjahr übernommen; im nächsten Jahr – im Jahr 2021 wird die Volksbank Bönen eG 125 Jahre alt - kann dann über eine Verwendung erneut beraten werden.